30. Mai 2019

Die Datenschutzgrundverordnung oder kurz DSGVO (englisch GDPR) ist eine sehr umfangreiche Verordnung der EU. Sie regelt darin dem Umgang mit personenbezogenen Daten und gibt dir viele Rechte.

Du kannst zum Beispiel von jedem Unternehmen verlangen, dass es dir Auskunft darüber erteilt was es über dich gespeichert hat (Art. 15). Wie du dieses Recht geltend machen kannst erklären wir hier.

Recht auf Auskunft – Was bedeutet das?

Wenn du wissen möchtest, ob ein Unternehmen Daten über dich hat und wenn ja, welche, kannst du dem oder der Datenschutzbeauftragten des Unternehmens schreiben.

Schau zunächst aber ob das Unternehmen auf seiner Webseite nicht schon die Auskunft zum Download anbietet. Internetriesen wie Facebook, Google und Amazon aber auch deutsche Unternehmen wie REWE und Otto bieten die Auskunft gleich zum Download an.

Wenn du dem Unternehmen schreiben möchtest, findest du die Kontaktdaten meist unter der Datenschutzerklärung auf der Webseite oder im Impressum.

Wie du eine Auskunft über eine Daten anfragen kannst

Für den Brief oder die Email kannst du eine Vorlage verwenden, wie z.B. die der Verbraucherzentrale Niedersachen.

Grundsätzlich ist jedes Unternehmen dazu verpflichtet, dir deine Daten elektronisch auszuhändigen, wenn du eine Email schickst oder in deinem Brief angibst, dass du sie gerne elektronisch hättest (Art. 15 Nr. 3). Viele Unternehmen schicken dir die Auskunft aber trotzdem per Brief.

Worauf solltest du unbedingt achten?

Eventuell fragt das Unternehmen nach Informationen, um dich identifizieren zu können. Unternehmen dürfen deine Daten nicht an jeden aushändigen der danach fragt. Jedoch musst du hier vorsichtig sein und nicht mehr über dich preis zu geben als das Unternehmen schon weiß.

Manche Unternehmen wurden hier erfinderisch. So fragt z.B. Spotify nach den Namen von privaten Playlists, die du hast. Die Schufa auf der anderen Seite möchte, dass du ihre möglicherweise veralteten Adressdaten aktualisierst.

Wie lange darf es dauern?

Das Unternehmen hat bis zu einem Monat Zeit, die Auskunft zu erteilen. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass die Unternehmen, die nicht innerhalb von 5 Werktagen antworten, gar nicht antworten.

Wir empfehlen dir, nach 5 Tagen noch einmal nachzuhaken, solltest du noch nichts gehört haben und an die Frist zu erinnern (Art. 12 Nr. 3).

Wenn der oder die Datenschutzbeauftragte auch darauf nicht reagiert, kannst du dich bei der Landesdatenschutzbehörde beschweren. Sie werden jedoch gerade mit Anfragen überhäuft und obwohl sie viel neues Personal eingestellt haben, kommen sie oft noch nicht hinterher.

Eine Beschwerde hat deswegen nur Aussicht auf Erfolg, wenn es um etwas wichtiges geht.

Kurz zusammengefasst:

Jetzt weißt du alles, was du wissen musst, um deine Daten von Unternehmen anfordern zu können.

Hier nochmal die einzelnen Schritte in Kürze erklärt:

  1. Check ob das Unternehmen eine (Selbst-)Auskunft auf seiner Webseite anbietet. Wenn ja, benutze sie. Wenn nicht, weiter mit Punkt 2.
  2. (Email)Adresse des/der Datenschutzbeauftragten auf der Webseite finden
  3. Anschreiben (mit einer Vorlage) schreiben und abschicken
  4. Gegebenenfalls Rückfragen beantworten
  5. Gegebenenfalls nach 5 Werktagen nachhaken oder nach einem Monat Mahnen
  6. Auskunft bekommen

Das könnte dich auch interessieren:

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Wie kannst du der Verarbeitung deiner Daten widersprechen

Das Widerspruchsrecht nach Art. 21 DSGVO Der persönliche Datenschutz von Privatpersonen wurde durch die DSGVO im Mai 2018 erheblich erweitert. Persönliche Daten sind durch die neuen Regelungen erheblich besser geschützt. Dies geschieht insbesondere durch erweiterte...

Wer hat meine Daten?

Wer weiß was über mich? Das zu wissen ist ein Grundrecht. Jedoch ist das eine Frage, die kaum jemand beantworten kann. Denn jeder erzeugt Daten. Tagtäglich und überall. Selbst Personen, die das Internet soweit wie möglich meiden, erzeugen zahlreiche personenbezogene...

German
English German